AKTUELLE AUSGABE

März 2026

Allgemeine und medikamentöse Prophylaxe des postoperativen Delirs. Metaanalyse eines häufigen und schwierigen klinischen Problems [CME]

Bis zu einem Viertel älterer Patienten erleidet in der Woche nach einem größeren operativen Eingriff ein Delir. Es ist charakterisiert durch akute fluktuierende Störungen des Bewusstseins, der Aufmerksamkeit und der allgemeinen Wahrnehmung bis hin zu Agitation und psychotischen Zuständen. Für Betroffene und Angehörige ist dies äußerst belastend und für das Klinikpersonal eine große Herausforderung. Außerdem

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Zahl der Blutdruck-Selbstmessungen zu Hause häufig unzureichend

Die Selbstmessung des Blutdrucks zu Hause gilt als zuverlässiger und prognostisch aussagekräftiger als die Messungen in der Arztpraxis. Sie kann die Therapieadhärenz und damit die Kontrolle der Hypertonie verbessern (vgl. ). Die praktische Erfahrung zeigt jedoch, dass die Adhärenz dabei gering ist und viele Patienten die erforderlichen Voraussetzungen für eine valide Beurteilung der Hypertonie bzw.

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Chronische Rhinosinusitis: Operation vs. längere antibiotische Therapie [CME]

Die chronische Rhinosinusitis (CRS) betrifft weltweit etwa 9% der Erwachsenen , ; vgl. auch ). Die Symptome haben erhebliche negative Auswirkungen auf die Lebensqualität. Etwa ein Drittel der Patienten spricht unbefriedigend auf die Erstlinientherapie (s.u.) an; deshalb wird eine endoskopische Operation der Nasennebenhöhlen (NNOP) in Betracht gezogen. Im Jahr 2023 kamen in England etwa 12.000

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Cabotegravir plus Rilpivirin („Monatsspritze“) bei chronischer HIV-Infektion und Problemen mit der Arzneimittel-Adhärenz [CME]

Die etablierte orale antiretrovirale Therapie (ART) senkt bei Personen mit chronischer Infektion mit dem humanen Immundefizienzvirus (HIV) die Sterblichkeit, verlangsamt das Fortschreiten der Krankheit, schützt vor Begleiterkrankungen und verhindert Übertragungen von HIV auf andere Personen . Obwohl aktuelle ART-Regime meist nur noch aus einer Tablette täglich mit wenig Nebenwirkungen bestehen, liegt der geschätzte Anteil der

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Schaden statt Zusatznutzen: G-BA-Beschluss zum Antidot Andexanet alfa

n der Januarausgabe 2026 haben wir über die Marktrücknahme des DOAK-Antidots Andexanet alfa in den USA berichtet . Am 22. Januar hat der G-BA einen Beschluss zur Nutzenbewertung nach § 35a SGB V veröffentlicht: Für Andexanet alfa (Ondexxya®) liegt bei Patienten, die mit DOAK antikoaguliert sind und intrazerebrale Blutungen haben, ein Anhaltspunkt für einen geringeren

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Langzeitbehandlung gegen Herpes-Viren in frühen Stadien der Alzheimer-Demenz – kein Nutzen [CME]

Immer wieder wird diskutiert, ob bei der Alzheimer Demenz (AD) Infektionen ätiologisch eine Rolle spielen , , . Verdächtigt werden Viren, die chronische Infektionen auslösen, beispielsweise Herpesviren wie das Varicella-Zoster-Virus (VZV) sowie Herpes-simplex-Virus-1 und -2. Über einen möglichen Schutz gegen die Erkrankung an AD durch die Impfung gegen VZV haben wir kürzlich berichtet . Ablagerungen

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Acoziborol: Ein Fortschritt in der Behandlung der Afrikanischen Trypanosomiasis („Schlafkrankheit“) – einer „Vernachlässigten Tropenkrankheit“ [CME]

Die Humane Afrikanische Trypanosomiasis (HAT) ist in Subsahara-Afrika seit Millionen von Jahren endemisch, wobei die registrierten Erkrankungszahlen über die vergangenen 30 Jahre infolge von Maßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen (Public Health-Maßnahmen wie Expositionsprophylaxe und Überträgerkontrolle; medikamentöse Therapie) von mehreren 10.000 auf wenige 1.000 rückläufig waren. Eine vollständige „Elimination“ (= keine Infektionen über 5 Jahre) der HAT

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Apotheken in Not (Teil 2)

Im ersten Teil dieses Artikels haben wir uns mit den wirtschaftlichen und strukturellen Problemen unserer Apothekerinnen und Apotheker beschäftigt (2026, 60, 16DB01). Im Folgenden geht es darum, wie die Apothekenverbrauchspreise zusammengesetzt sind und wer davon profitiert. Wenige Medikamente verursachen die meisten Kosten: Der durchschnittliche Apothekenverkaufspreis (AVP) von rezeptpflichtigen Fertigarzneimitteln (RxFAM) ist in den letzten 10

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EMPFEHLUNG DER REDAKTION

Jg. 58, S. 73; Ausgabe 10 / 2024
Ischämische zerebrale Insulte betreffen überwiegend Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren und eindeutigen Emboliequellen, z.B. hochgradige Karotisstenose, permanentes Vorhofflimmern ohne Therapie mit Antikoagulanzien. Bei etwa einem Viertel aller Schlaganfälle ist jedoch keine Ursache offensichtlich erkennbar. Für diese Schlaganfälle hat sich in der Vergangenheit die Bezeichnung „kryptogen“ etabliert. Dabei handelt es sich allerdings um eine sehr heterogene und […]
Jg. 58, S. 68; Ausgabe 09 / 2024
Die Abschätzung des individuellen kardiovaskulären Risikos hat eine große Bedeutung bei der Entscheidung über die Intensität verschiedener präventiver Maßnahmen, besonders bei Personen, die bislang noch kein kardiovaskuläres Ereignis hatten. Statine sind in Deutschland in dieser präventiven Situation innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung derzeit ab einem 10-Jahres-Risiko > 20% „auf der Basis der zur Verfügung stehenden Risikokalkulatoren“ erstattungsfähig; […]
Jg. 58, S. 62; Ausgabe 08 / 2024
Patienten auf Intensivstationen (Intensive Care Unit = ICU) haben ein erhöhtes Risiko für Stress-bedingte gastrointestinale Blutungen (GIB); dabei findet man endoskopisch oft gar kein eigentliches Ulkus, sondern diffuse Blutungen aus der Schleimhaut (Erosionen). Anders als bei beatmeten Patienten ohne besonderes Blutungsrisiko besteht bei Schwerstkranken mit Organdysfunktion immer noch Unklarheit darüber, ob eine „Stressulkus-Prophylaxe“ hinsichtlich des […]
Jg. 58, S. 40DB01; Ausgabe 05 / 2024
Die Klimakrise ist – wie seit Jahrzehnten prognostiziert – da, und sie wurde durch uns Menschen herbeigeführt. Da gibt es in der Wissenschaft keine zwei Meinungen, so der Physiker und Ozeanograph Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) auf der 130. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Wiesbaden. Der Kongress hatte neben […]

AKTUELLE ZUSCHRIFTEN

Jg. 58, S. 72DB01; Ausgabe 09 / 2024
Frage von Dr. J.S. aus F.: >> Ein heute 25jähriger Mann leidet bereits seit dem 20. Lebensjahr an starkem Haarausfall. Nach verschiedenen Therapieversuchen hat er von einem Hautarzt 1 mg/d Finasterid verschrieben bekommen mit dem Hinweis, dieses Medikament bei Nebenwirkungen wieder abzusetzen. Es traten schon innerhalb weniger Woche Probleme mit der Libido auf und nach etwa 4 Monaten […]
Jg. 58, S. 48; Ausgabe 06 / 2024

Zu unserem Artikel „Notfall Klima: Übernehmen wir endlich Verantwortung und handeln, jetzt!“ (AMB 2024, 58, 40DB01) haben uns mehrere Zuschriften erreicht. Exemplarisch wollen wir eine davon abdrucken. Dr. B. schreibt: >> Ich bin seit etwa 1990 Abonnent und schätze den bisher unbestechlichen und unbedingten wissenschaftlichen Ansatz Ihres Blattes. Vor diesem Hintergrund bin ich irritiert über […]