AKTUELLE AUSGABE

Jahrgang 59, Nr. 2, February 2025

„Postakutes COVID-19-Impfsyndrom“ – Was ist hierzu bekannt? [CME]

Wir haben 2021 im Zusammenhang mit der Zulassung auch über die Nebenwirkungen der Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 berichtet und u.a. geschlussfolgert, dass Häufigkeit und Bedeutung später auftretender systemischer unerwünschter Arzneimittelereignisse (UAE) noch zu klären seien . Nun, knapp 4 Jahre später, ist klar, dass es wenige schwerwiegende UAE gibt, die insgesamt zwar als „sehr selten“ (Häufigkeit

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Sieben Jahre Cannabis-Legalisierung in Kanada – eine Bilanz [CME]

Weltweit nehmen sowohl der Cannabis-Konsum als auch der Tetrahydrocannabinol (THC)-Gehalt in Cannabisprodukten zu. Der Konsum von Cannabis wird kausal mit dem Auftreten von Psychosen und Schizophrenie in Verbindung gebracht (vgl. ). Die WHO geht davon aus, dass ein wöchentlicher Cannabiskonsum mit einem um 35% erhöhten Risiko für die Entwicklung einer psychotischen Störung verbunden ist und

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Levofloxacin in der Prävention von Infektionen mit multiresistenten Tbc-Mykobakterien wenig wirksam. Ergebnisse einer Studie aus Vietnam [CME]

Wir haben häufiger über neue Therapien bei Tuberkulose (Tbc) berichtet, so zum Beispiel ausführlicher 2014 . Resistenzen gegen die üblichen Regime nehmen weltweit zu . Man rechnet derzeit mit einer weltweiten Inzidenz von Rifampicin-resistenter bzw. “Multidrug”-resistenter (MDR)-Tbc bei ca. 400.000 Personen pro Jahr , und dass 19 Millionen Menschen mit einem MDR-Mycobacterium tuberculosis infiziert sind

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Insulin oder orale antidiabetische Therapie bei Gestationsdiabetes? Die SUGAR-DIP-Studie [CME]

Der Gestationsdiabetes (GDM) ist eine erstmals in der Schwangerschaft auftretende Störung des Glukosestoffwechsels, die durch vermehrte Inkretion von Schwangerschaftshormonen (Kortisol, humanes Plazentalaktogen, Östrogen, Progesteron und Prolaktin) verursacht ist und zu einer Insulinresistenz führt (Typ-4-Diabetes; ). Der GDM zählt zu den häufigen schwangerschaftsbegleitenden Erkrankungen; in Deutschland sind etwa 6% der Schwangeren davon betroffen . Meistens normalisiert

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Akute unkomplizierte Appendizitis bei Kindern: doch besser gleich chirurgisch behandeln?

Die Appendektomie ist der häufigste chirurgische Eingriff bei Kindern. Die Inzidenz während eines Menschenlebens liegt bei 7-8% mit einem Häufigkeitsgipfel im Teenageralter . Die Standardbehandlung bei akuter Appendizitis ist seit der ersten Operation dieser Art im Jahr 1886 die Appendektomie . Obwohl es schon seit längerem Beispiele gibt, dass eine akute Appendizitis auch mit Antibiotika

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Europäische Arzneimittel-Agentur – Jahresrückblick 2024

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat gerade ihre Statistik für das Jahr 2024 veröffentlicht . Demnach wurden insgesamt 46 neue Arzneistoffe zugelassen („new active substances“), also 7 mehr als 2023 (+18%). Dass viele Neuzulassungen trotz dünner oder strittiger Beweislage erfolgen und sich später oft herausstellt, dass gar kein Zusatznutzen besteht , ist Leserinnen und Lesern des […]

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EMPFEHLUNG DER REDAKTION

Jg. 58, S. 73; Ausgabe 10 / 2024
Ischämische zerebrale Insulte betreffen überwiegend Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren und eindeutigen Emboliequellen, z.B. hochgradige Karotisstenose, permanentes Vorhofflimmern ohne Therapie mit Antikoagulanzien. Bei etwa einem Viertel aller Schlaganfälle ist jedoch keine Ursache offensichtlich erkennbar. Für diese Schlaganfälle hat sich in der Vergangenheit die Bezeichnung „kryptogen“ etabliert. Dabei handelt es sich allerdings um eine sehr heterogene und […]
Jg. 58, S. 68; Ausgabe 09 / 2024
Die Abschätzung des individuellen kardiovaskulären Risikos hat eine große Bedeutung bei der Entscheidung über die Intensität verschiedener präventiver Maßnahmen, besonders bei Personen, die bislang noch kein kardiovaskuläres Ereignis hatten. Statine sind in Deutschland in dieser präventiven Situation innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung derzeit ab einem 10-Jahres-Risiko > 20% „auf der Basis der zur Verfügung stehenden Risikokalkulatoren“ erstattungsfähig; […]
Jg. 58, S. 62; Ausgabe 08 / 2024
Patienten auf Intensivstationen (Intensive Care Unit = ICU) haben ein erhöhtes Risiko für Stress-bedingte gastrointestinale Blutungen (GIB); dabei findet man endoskopisch oft gar kein eigentliches Ulkus, sondern diffuse Blutungen aus der Schleimhaut (Erosionen). Anders als bei beatmeten Patienten ohne besonderes Blutungsrisiko besteht bei Schwerstkranken mit Organdysfunktion immer noch Unklarheit darüber, ob eine „Stressulkus-Prophylaxe“ hinsichtlich des […]
Jg. 58, S. 40DB01; Ausgabe 05 / 2024
Die Klimakrise ist – wie seit Jahrzehnten prognostiziert – da, und sie wurde durch uns Menschen herbeigeführt. Da gibt es in der Wissenschaft keine zwei Meinungen, so der Physiker und Ozeanograph Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) auf der 130. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Wiesbaden. Der Kongress hatte neben […]

AKTUELLE ZUSCHRIFTEN

Jg. 58, S. 72DB01; Ausgabe 09 / 2024
Frage von Dr. J.S. aus F.: >> Ein heute 25jähriger Mann leidet bereits seit dem 20. Lebensjahr an starkem Haarausfall. Nach verschiedenen Therapieversuchen hat er von einem Hautarzt 1 mg/d Finasterid verschrieben bekommen mit dem Hinweis, dieses Medikament bei Nebenwirkungen wieder abzusetzen. Es traten schon innerhalb weniger Woche Probleme mit der Libido auf und nach etwa 4 Monaten […]
Jg. 58, S. 48; Ausgabe 06 / 2024
Zu unserem Artikel „Notfall Klima: Übernehmen wir endlich Verantwortung und handeln, jetzt!“ (AMB 2024, 58, 40DB01) haben uns mehrere Zuschriften erreicht. Exemplarisch wollen wir eine davon abdrucken. Dr. B. schreibt: >> Ich bin seit etwa 1990 Abonnent und schätze den bisher unbestechlichen und unbedingten wissenschaftlichen Ansatz Ihres Blattes. Vor diesem Hintergrund bin ich irritiert über […]